Jenseitige Buchempfehlungen
Heute ist Tag der Geisterjagd đź‘» (National Ghost Hunting Day).
Dies will ich zum Anlass nehmen, etwas Fachliteratur vorzustellen: Zwei Bücher, die ganz und gar unterschiedlich sind, die ich zu vollkommen unterschiedlichen Zeiten gelesen habe und die doch, jedes für sich, einen enormen Einfluss auf mich genommen haben, schriftstellerisch wie geisterseherisch. Los geht’s!
đź–¤Die unheimlichsten Gespenstergeschichtenđź–¤
Eine Kurzgeschichtensammlung, die ich mit 13 Jahren gelesen habe. Komplett, am Stück. Und es hat mir kaum geschadet. Neben anderen Klassikern der Schauerliteratur habe ich hier das erste Mal Edgar Allan Poe gelesen (Die Maske des Rotes Todes) und auch E.T.A. Hoffmann (was mir erst sehr sehr viel später wieder eingefallen ist, obwohl mich gerade dieser Spuk lange beschäftigt hat). Der Horla von Guy de Maupassant und Wenn wir gestorben sind von Frederic Boutet haben mich beeindruckt, ich lese sie bis heute gerne, auch in anderen Übersetzungen. Und mit dem Gespenst von Canterville ist meine ewige Liebe zu Oscar Wilde entflammt. Die Gespenster-geschichte von Mark Twain habe ich als ebenso gruselig wie witzig in Erinnerung. Und ein weiterer Zirkelschluss zu diesem Buch hat sich vor Kurzem ergeben: Nämlich zu William Hope Hodgson und seinem Geisterdetektiv Thomas Carnacki. Anfang des Jahres hatte ich mir den Komplettband (vom Festa Verlag) zugelegt und große Sorge ihn zu lesen. Nicht wegen der Geister sondern wegen des Detektivs. Und dann wage ich es, überfliege den Inhalt und finde Das Geisterpferd. Na sowas, Carnacki und ich sind uns ja schon bekannt. Full. Circle. Moment.
🖤 Paranormalität von Richard Wiseman🖤
Ein Sachbuch. Und was für eines! Ich empfehle es oft, verschenke es gerne und ungefragt. Professor Wiseman ist die Koryphäe in Sachen paranormale Phänomene und Geisterjagd. Allerdings um dergleichen logisch und naturwissenschaftlich zu erklären (»debunken« würde man heute dazu sagen). Ganz gleich ob Hellseherei, außerkörperliche Erfahrungen oder Spuk aller Art – immerzu ist der reale Hintergrund sehr viel verblüffender und faszinierender als die ehrlicherweise doch eher simple Erklärung: Joah … Geister.
Dieses Buch habe ich, mit großen Vergnügen, um Alter von 23 Jahren gelesen. Und es war eine Offenbarung. Seither bin ich das, was man eine Skeptikerin nennt. Doch es hat mir keinesfalls den Spaß am Spuk genommen – ich grusele mich im dunklen Keller nach wie vor (und warum das so ist, wird auch in diesem Buch erklärt). Die Lektüre hat mir sogar ein verstörendes Erlebnis meiner Jugend erleuchtet, an das ich nun nicht mehr mit Schauder zurückdenke, sondern mit Faszination für die Funktionsweise des Gehirns. Alles ganz normal. Ach ja, außerdem ist Richard Wiseman ein witziger Autor und das Buch sehr unterhaltsam, das Wissen gibt es quasi nebenher.
Beide BĂĽcher sind m. W. n. gebraucht zu haben. Lest sie und (ver)lernt das FĂĽrchten. đź‘»



